OMTH

Orden Umbruch Wandel



Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft


„Das erste Ziel ist, dankbar auf die Vergangenheit zu schauen -
Dieses Jahr fordert uns außerdem auf, die Gegenwart mit Leidenschaft zu leben…Die Zukunft voll Hoffnung ergreifen, will das dritte Ziel sein“


Papst Franziskus


Orden   Umbruch und Wandel


Das Ordensleben in Deutschland befindet sich im Umbruch.


54%, 2.438 der insgesamt 4.532 Ordensmänner , waren laut
Statistik der deutschen Ordenskonferenz Ende des Jahres 2013 über 65 Jahre.
Unter den Ordensfrauen waren es gar 84%, 15.378 von insgesamt 18.303
Schwestern. Konsequent schlossen die Orden in den vergangenen Jahren zahlreiche
Standorte , fusionierten Provinzen, richteten Pflegestationen in ihren Klöstern
ein, überführten ordenseigene Werke in unabhängige Stiftungen oder übergaben
sie an Diözesen oder andere kirchliche Träger. Einige Ordensgemeinschaften
bereiten sich mittlerweile auf das Ende ihrer Präsenz in Deutschland vor.


Mit dem von Papst Franziskus ausgerufenen „Jahr der Orden“,
rücken Neuaufbrüche in den Blick. 4.400 Ordensleute sind momentan unter 65. Sie
stellen sich die Frage, wie Ordensleben in einer modernen Gesellschaft aussehen
kann. Der Vorsitzende der deutschen Ordenskonferenz, Abt Hermann-Josef Kugler,
bezeichnet Ordensleute von heute „burning persons“. Sie können, so ist er
sicher, eine neue religiöse Dynamik entfachen:

In kleinen Konventen mitten unter den Menschen, nah bei jenen, die am Rand von
Kirche und Gesellschaft stehen, stets innovativ und provokativ, was ihr
Engagement in der Kirche betrifft.


Seit den Anfängen des Christentums hat es Bruderschaften
auch im engeren Sinn des Wortes gegeben. Während Kameradschaft auf gemeinsamen
Sachinteressen, Freundschaft vor allem auf Sympathie beruht, besteht
Bruderschaft im gemeinsamen Glauben an den einen Herrn. Diese Bruderschaft hat
ihren Grund darin, dass uns Jesus seine Brüder heißt. Gewiss spielen Interesse
und Zuneigung auch bei der Bruderschaft eine Rolle, aber sie sind
hineingenommen in die viel umgreifendere Erfahrung in der Liebe Gottes zu den
Menschen.


Ebenso wenig wie man sich seine leiblichen Brüder
aussuchen kann, wählt man sich seinen Bruder in Christus.


Was uns zu Brüdern und Schwestern macht, ist dass Christus
uns ohne Ansehen der Person zu seinen Brüdern erwählt hat. Bruderschaft geht
also über Freundschaft hinaus, und Brüder bleiben wir selbst dann, wenn Dinge
zwischen uns getreten sind. Christus hat uns einander verpflichtet. Man kann
den Bruder nicht einfach laufen lassen. Zur Bruderschaft gehört die Solidarität
mit den Schwachen und Leidenden sowohl in den eigenen Reihen als auch darüber
hinaus. Die Bruderschaft überschreitet die Grenzen des Landes, des Volkes, der
Sprache, der Kultur. Der ferne Nächste „kann unser Bruder sein“. Jeder Mensch ist von Gott her gesehen unser möglicher Bruder.


Denkanstoß von Papst Franziskus


Sind Sie sanftmütig, sind Sie demütig?


Gibt es in dieser Gemeinschaft interne Kämpfe um Macht,
Streit aus Neid?


Gibt es Gerede?


In diesem Fall gehen Sie nicht den weg Jesu Christi.


In der Tat sei der Friede, der in einer Gemeinschaft
herrsche, ein äußerst wichtiges Merkmal.


Es ist deshalb so wichtig weil der Teufel stets versucht,
unter uns Zwietracht zu säen.


Er ist der Vater der Spaltung; er spaltet durch den Neid.


Jesus zeigt uns diesen Weg, den Weg des Friedens unter
uns, den Weg der Liebe unter uns ist.


Amen


Ansprache von Subprior Rudi Gosdschan anlässlich des
Komtureitreffen mit dem Thema: 2015 – Jahr der Ordensgemeinschaften


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