OMTH

Primizpredigt

Primizpredigt anlässlich meiner Profess als Frà Johannes
am 19. Mai 2012 in unserer Ordenskirche St. Andreas zu Karlstadt + Herr, öffne meine Lippen, auf dass mein Mund Dein Lob verkünde! 

Liebe Brüder und Schwestern

im
Glauben an Gott, unseren guten Vater, • in der Hoffnung auf die Wiederkunft unseres Herrn Jesus und • in der Liebe zum Heiligen Geist, der uns stets leiten möge auf dem Weg zu unserem letzten Ziel!

In der Vorbereitung auf den heutigen Tag suchte ich nach Textstellen in der Hl. Schrift, die sich auf das Beten beziehen. Ich fand eine derart große Zahl an Verweisen, dass ich verwirrt war. Daher möchte ich mit einer sehr persönlichen Erfahrung beginnen.

Nach dem Abitur wurde ich Ordensmann als Oblate des hl. Franz von Sales (OSFS). Neben dem kleinen Brevier, also dem „Marianischen Officium“, gehörte das tägliche Gebet des Rosenkranzes zu meinen Obliegenheiten. Für jene unter uns, die den Aufbau des Rosenkranzes nicht gut kennen, skizziere ich ihn hier kurz:

Das „Apostolische Glaubensbekenntnis“;
ein „Vater unser“;
drei „Ave Maria“ mit den Zusätzen der „göttlichen Tugenden“ Glaube, Hoffnung, Liebe (Paulus nennt sie "Gnadengaben");
ein „Ehre sei dem Vater“.
Danach folgen fünf „Ges
ätze“, jeweils bestehend aus „Vater unser“, zehn „Ave Maria“ und „Ehre sei dem Vater.“ In der Tradition bilden je fünf Gesätze oder Geheimnisse den Freudenreichen, den Schmerzhaften und den Glorreichen Rosenkranz. (Jünger sind der „Trostreiche“ und der „Lichtreiche“ Rosenkranz.)

Dieses Gebet war für mich, selbst wenn ich bei gutem Wetter im Paderborner Klostergarten betend lustwandelte, der reinste Horror. Sollte ich beim Beten so viele Worte machen? Konnte ich mich eigentlich auf den Engelsgruß konzentrieren, während ich bemüht war, die jeweiligen Geheimnisse zu betrachten? Die Hilfe eines priesterlichen Mitbruders, die zehn „Ave Maria“ seien gewissermaßen ein geistiges Geländer, an dem ich mich bei der Betrachtung entlang hangeln könne, empfand ich leider nicht als hilfreich.
Ferner beunruhigten mich Klagen von älteren Mitbrüdern, wegen der Tagesaufgaben hätten sie das Breviergebet nicht geschafft und müssten es am nächsten Tag nachholen. Mein oppositioneller Geist ließ mich innerlich und äußerlich nachfragen, was Jesus wohl dazu gesagt hätte. Eine positive Antwort fand ich damals nicht so leicht, jedoch eine
negative, dass nämlich Beten eine Verpflichtung sei, deren buchstabenmäßige Nichterfüllung Gottes Zorn nach sich zöge, das konnte einfach nicht wahr sein! Nun bin ich wieder durch ein Gelübde gebunden, das mit dem Beten zu tun hat. Daher habe ich mich nicht mehr um die folgenden Gedanken und Bedenken drücken können.

Als Menschen leben wir in der Zeit. Wir teilen sie in drei Bereiche, zwischen die wir ausgespannt sind. Die Vergangenheit ist die alte Welt der Glaubensdunkelheit. Sie wirkt noch immer wieder in uns fort. Die Zukunft liegt in dem aramäischen Wort: „Maranatha!“, das heißt „Komm, Herr!“ und meint die Wiederkehr Christi am Ende aller Zeiten. Dazwischen leben wir in der Gegenwart, in der Gegenwart Jesu Christi.

Dieses Leben verlangt von uns eine ständige Bereitschaft, wie sie die klugen Jungfrauen im Evangelium verwirklichen. Ein ungeduldiges Spekulieren auf die Wiederkehr unseres Herrn lehnen wir ab. Weder wollen wir wie die Zeugen Jehovas das Weltenende errechnen, das nur der Vater kennt, nicht einmal der Sohn, noch dürfen wir uns angeblich altem Wissen verschreiben, wie es uns die Kalender der Maya weismachen.

Hoffen allerdings ist unsere Aufgabe, es ist das Hoffen auf die Rettung durch den wahren Gott. Dieser Gott wird leider von vielen Menschen immer wieder dingfest gemacht, ja, verhaftet, und zwar in der Theodizee-Frage: "Wo warst Du, Gott, als mir oder uns dieses oder jenes Leid widerfuhr?“ Diese Frage ist die Folge einer naiven Enttäuschung, entsprungen aus Missdeutungen.

Erstens ist das allermeiste Leid menschengemacht. Zweitens hat Gott sich und uns einen freien Willen zugemutet. Gott mischt sich drittens nicht in naturgesetzliche Schicksalsschläge ein. Viertens dienen gerade Leid und Schuld unserer geistig-geistlichen Reifung, wenn wir sie denn annehmen und in Verantwortung umwandeln.

Das kann vollgültig nur in der Gegenwart Jesu Christi gelingen. Unser Leben in dieser Gegenwart heißt auch: Wir müssen Gott in seiner Offenbarung ernst nehmen, in der Bibel und in der Welt! Nicht nur die Bibel, sondern auch die Welt zeigt uns Gott, der nämlich nicht im Himmel thront, sondern in unserem Herzen wohnt. Deswegen heißt Beten in Wahrheit „Leben in der Gegenwart Christi“. Solch ein Beten hat, das spüren wir sicher alle, nichts, aber auch gar nichts mehr gemein mit den religiösen Übungen, wie ich sie anfangs beschrieben hatte.

Mein tiefgläubiger Vater verriet mir nach meiner Rückkehr aus dem Kloster: „Ich habe das Rosenkranzgebet erst im Krieg gelernt beim nächtlichen Wachestehen, wenn um mich die Granaten einschlugen!“ Nach seinem Tod fand ich in seinem Portemonnaie einen handgeschriebenen Zettel mit einem Satz des französischen Arbeiterpriesters Léon Bloy: „Ich werde dich verzweifeln lassen, spricht der Herr, denn ich bin dein Gott!“ Vater war ein ernster Christ!

Es gibt nur einen Gott, jedoch gibt es viele Vorstellungen von ihm, die auf menschlichen Missverständnissen beruhen. Unser Gottesbild wird, ja, muss immer unzureichend sein. Es kann allerdings gesund sein, wenn es uns nämlich hilft, unsere Persönlichkeit frei zu entwickeln.

Um eine gesunde Vorstellung von Gott zu erreichen, müssen wir weg von einem Gott, den wir verstehen, besitzen und an andere weitergeben wollen hin zu einem Gott, von dem wir uns im Leben stets neu überraschen lassen. Wir sollten nie an den alten, männlichen Gott der Kirchen- und Bibelmaler denken. Gott ist auch keineswegs feministisch. Er geht über alle unsere Grenzen weit hinaus.

Das Wort Religion kommt aus dem Lateinischen. „Religere“ heißt: rückwärts anbinden. Es stammt aus der Kultur der Ackerbauern. So wie der Ochse rückwärts an den Pflug, einen einfachen Grabestock, gebunden ist, den der Bauer führt, so ist der religiöse Mensch rückwärts an Gott, seinen Ursprung, gebunden, der auch sein Ziel sein soll. Würden wir einer Religion folgen, in der Glaubenssätze, Pflichten und Anbetung an erster Stelle stehen, dann glichen wir eher dem römischen Ochsen. Viel besser wäre es, wir fänden zu einer Religion, in der die Liebesbeziehung zu Gott an erster Stelle steht. Karl Rahner sagte einmal: „Das Christentum des dritten Jahrtausends muss mystisch (nicht scholastisch/dogmatisch) sein, oder es wird nicht sein!“

Wir sollten endlich die Bibel wirklich ernst nehmen. Gott schuf uns doch nach seinem Bild und Gleichnis! Nur ein Weniges unter die Engel stellte er uns! Was sollen wir also mit einer Religion, in der wir uns ständig vor Gott erniedrigen müssen? In einer gesunden Religion müssen Selbstverleugnung und Selbstliebe (gemäß Jesu Liebesgebot!) zusammenwirken, damit wir schließlich „voll und ganz lebendig“ werden!

Darum kann es keine Geschäftsbeziehung mit einem Gott geben, dessen Belohnungen wir uns durch Wohlverhalten verdienen müssten. Wir sollten eine Liebesbeziehung zu jenem Gott anstreben, der reines Geschenk ist. Haben wir denn überhaupt ein Recht, genau zu bestimmen, welche Rolle Gott in unserem Leben spielen darf? Dann wären wir nur billige Kleinkrämer. In einer echten und wahren Liebesbeziehung würden wir doch freiwillig alles geben!

Magie, Esoterik, animistische Religionen, ja, die meisten Religionsformen zeigen einen Gott, der von uns Menschen verlangt, die Kluft zwischen sich und uns zu überbrücken. Ein wahrhaft spiritueller Mensch erfährt im Leben jedoch oft genug, dass Gott immer den ersten Schritt macht und zu uns kommt. Lassen wir das doch zu, lassen wir ihn kommen! Wie heißt es im Johannes-Prolog: „Er kam in sein Eigentum, aber die Seinigen nahmen ihn nicht auf.“ Jeder einzelne von uns gehört zu den Seinigen! Nehmen wir ihn auf?

Erhält denn unser Leben seinen Sinn durch die Erfüllung von Pflichten, auch von Gebetspflichten? Viele Menschen, die ihren Lebenssinn nur in der Pflichterfüllung des Berufslebens sehen, sterben mit 64 Jahren und schenken der Gesellschaft ihre Rente. Ich erhoffe mir eine Welt, in der das Leben seinen Sinn durch die Summe aller Liebe in unserem Leben erhält. Dann ist es egal, ob wir schwarz sind oder weiß, Mann oder Frau, arm oder reich, groß oder klein.

Worte und Bilder vergangener Jahrhunderte haben die damals zeitgemäße Vorstellung Gottes als eines Monarchen in uns wachgerufen. „Gottes Reich“, wie Jesus es verkündet, ist ja in der Tat die „basileia“, also die Königsherrschaft Gottes. Nur müssen wir Jesus endlich ernst nehmen. Er sagt ja, dieses Reich kann man nicht erkennen, als wäre es hier oder dort; dieses Reich müssen nämlich wir ständig neu in unseren Herzen erstehen lassen.

Darum sollten wir von einem Gott weg, dem es in erster Linie um Herrlichkeit und Majestät geht. Hat Gott solche menschliche Eitelkeit eigentlich nötig? Lieber sollten wir zu einem Gott aufschauen, den nichts bedrohen kann, was wir Menschen tun könnten, der sich aber leidenschaftlich dafür interessiert, wie wir miteinander umgehen, mit uns selbst und mit unserer Gemeinschaft.

Natürlich will ich Gott, unserem höchsten Herrn, Herrlichkeit nie und nimmer absprechen. Wenn Gott in der Bibel erscheint, so heißt es immer, Gottes Herrlichkeit erscheint. Seine Herrlichkeit begründet sich jedoch in ihm selbst und aus ihm selbst. Gottes Herrlichkeit ist niemals Frucht und Ergebnis unseres Gehorsams. Was wäre das für ein Gott?

Vielmehr ist die Herrlichkeit unseres Schöpfers in unserer Entwicklung begründet. Christus und damit Gott selbst ist Alpha und Omega, Anfang und Ende, Ursprung und Ziel unserer Entwicklung. Gott manifestiert sich in seiner Schöpfung, in dir und mir, auch in unserem Orden und in dessen Entfaltung. Was soll also ein zorniger Gott, den meine Sünden beleidigen? Sünden und Fehler gehören zu jedem von uns, denn Gott hat keine Landschaft für ein perfektes Marionettentheater gebaut. Weil der liebende Gott in unser Herz schaut, kennt er unsere Schwächen. Trotzdem ist er kein Gott der sanften Liebe, sondern ein Gott, der aus Liebe nie Angst davor hat, uns zur eigenen Entwicklung herauszufordern.

Aus alledem geht hervor, dass wir unser Gebet niemals mechanistisch sprechen sollten. Unser Beten muss auch nicht nur aus Worten bestehen. Streben wir nach einem Beten, das unser ganzes Wesen erfasst und so versucht, unsere Sehnsucht nach Gott auszudrücken.

Müssen wir über Gott viele Worte machen? Heute habe ich es zur Erläuterung meiner Gedanken getan. Lasst uns jedoch immer erneut auf Gott lauschen. Zerstören wir diese fruchtbare Stille vor ihm nicht mit seelenlosem Wortgeklingel! Die Größe und das Mysterium unseres menschenfreundlichen Gottes darf uns zu stillem Staunen bewegen!

Es gibt ein Gebet, das mich seit meiner Jugend intensiv begleitet. Es stammt von dem anglikanischen Priester und Theologieprofessor, dem später römischkatholischen Priester und Theologieprofessor, dem noch heute nach 150 Jahren in beiden Kirchen hochverehrten John Henry Card. Newman:

Führe du, mildes Licht im Dunkel, das mich umgibt, führe du mich hinan! Die Nacht ist finster, und ich bin fern der Heimat: führe du mich hinan! Leite du meinen Fuß - sehe ich auch nicht weiter: wenn ich nur sehe jeden Schritt.

 Einst war ich weit zu beten, dass du mich führtest. Selbst wollt‘ ich wählen. Selbst mir Licht - trotzend dem Abgrund - dachte ich meinen Pfad zu bestimmen, setzte mir stolz das eigene Ziel. Aber jetzt - lass es vergessen sein.

Du hast so lang mich behütet - wirst mich auch weiter führen: über sumpfiges Moor, über Ströme und lauernde Klippen, bis vorüber die Nacht und im Morgenlicht Engel mir winken. Ach, ich habe sie längst geliebt - nur vergessen für kurze Zeit.

Sehnsucht nach Gott - hier ist sie theologisch, psychologisch und poetisch wunderbar ausgedrückt.

Begonnen hatte ich mit meinen persönlichen Erfahrungen mit dem Rosenkranzgebet. Vielleicht werdet Ihr Euch, liebe Brüder und Schwestern, wundern, dass ich damit enden will.

Seit achtzehn Jahren begleite ich Verstorbene und deren Angehörige zum einen in Trauergesprächen, zum anderen auf dem letzten Gang. Wenn ich hinter dem Sarg oder der Urne herschreite, gehen mir Gedanken durch den Kopf. Wie war dieser Mensch wirklich, nicht nur aus der Sicht der Verwandten und Freunde? Welche Sehnsüchte haben ihn angetrieben, nicht im hektischen Alltag, sondern in der Stille von Nacht, Schulderfahrung und Krankheit?

Ich habe als Kind das fürbittende Gebet gelernt. Wer betet für diese(n) Verstorbene( n)? Also habe ich begonnen, für jeden zu beten, gleichgültig welchen Glaubens er/sie war. Bestattet habe ich inzwischen eine jüdische Ärztin, eine chinesische Buddhistin, fünf Muslime, zwei Zeugen Jehovas und zwei Neuapostolische, viele Zweifler, Gottsucher und Atheisten und noch viel mehr ehemals katholische und evangelische Christen. Bei ihnen höre ich oft Geschichten von menschlichen Verletzungen, von der Höhe der Kirchensteuer und allerhand Naives, das ich dennoch sehr ernst nehme.

Inzwischen ist es ein Anteil von mehr als dreißig Prozent kirchentreuer Katholiken und Protestanten, die meine Begleitung suchen, denn sie erhoffen sich angesichts des manchmal, ach, so fernen Gottes ein menschliches Wort, eine verstehende Geste.

Meine Großmutter, die als zutiefst fromme, katholische Frau jeden Morgen die heilige Messe besuchte, pflegte zu sagen: „Den Evangelischen geht es mehr um den Menschen!“ Ist es nicht genau das, was wir uns auf die Fahne geschrieben haben, worum wir uns immer neu bemühen, bemühen wollen und bemühen müssen?! Gottes Arme sind doch einzig unsere Arme! Nur die Güte der Menschen macht die Güte Gottes glaubhaft und vertrauenswürdig.

Also, ich gehe hinter Sarg oder Urne zum Grab und bete still im Herzen für den Verstorbenen und seine Angehörigen – den Rosenkranz! Allerdings habe ich eigene Gesätze oder Geheimnisse entwickelt. Ferner spreche ich nach dem „Vater Unser“ jeweils nur ein „Ave Maria“, das ich dann gut und in Ruhe meditieren kann, und darin das Gesätz, das ich dann ebenso meditieren kann wie das abschließende „Ehre sei dem Vater“. Ist der Weg zum Grab etwa auf kleinen Friedhöfen ganz kurz, so belasse ich es bei einem „Ave Maria“ und füge in aller Ruhe die fünf Gesätze ein.

Diesen Rosenkranz nenne ich den „Trinitarischen Rosenkranz“. Er lautet folgendermaßen:

Vater unser…

Gegrüßet seist Du, Maria, der Herr ist mit Dir, Du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht Deines Leibes, Jesus,

1. der uns den Weg zum liebenden Vater gezeigt hat,
2. der uns seinen Frieden schenken will, den die Welt nicht geben kann.
3. der uns den Heiligen, den heilenden Geist gesandt hat,
4. der uns Menschen alle liebt,
5. der auch mich immer wieder zu tätiger Liebe ruft.

Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

Ehre sei dem Vater…

Ich habe für jeden von Euch - einfach nur so als Anregung gedacht - eine laminierte Karte vorbereitet, auf deren einer Seite Ihr dieses Rosenkranzgebet, und auf dessen anderer Seite Ihr unser Ordensgebet findet.

Enden möchte ich mit einem Jesus-Wort. Er spricht es uns im Johannes-Evangelium zu, Kapitel 14, Verse 12 - 14: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich tue, auch seinerseits tun, und noch Größeres als dies wird er tun; denn ich gehe zum Vater, und alles, was ihr dann in meinem Namen erbitten werdet, werde ich tun, damit der Vater im Sohne verherrlicht wird. Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun.“ So wollen wir als ökumenischer Orden heute unseren Herrn Jesus erneut bitten, dass wir Christen und insbesondere wir Brüder alle eins sein mögen, damit unsre Einheit ein Zeichen für die Menschen sei, und dass wir dabei nie unseren Ordensspruch vergessen:

Non nobis, Domine, non nobis, sed nomini tuo da gloriam. Amen.
(Nicht uns, Herr, nicht uns, sondern Deinem Namen gib die Ehre. Amen.)

Fürbitten anlässlich des feierlichen Gottesdienstes zu Postulation, Reception und Profess am 19. Mai 2012 in unserer Ordenskirche St. Andreas zu Karlstadt

Gott, unser Vater, wir sind gekommen, um Dich zu preisen, Dir zu danken und Dir unser Leben zu weihen. Dein Sohn, der Mensch Jesus, hat uns durch seine Auferstehung und Himmelfahrt gezeigt, dass er zugleich als Gott unser Christus ist. Wir bitten Dich:

Lass uns nicht wie die Jünger himmelwärts schauen, sondern auf diese Welt, Deine Schöpfung, und hilf uns, verantwortlich mit ihr umzugehen.
Wir bitten Dich, erhöre uns.

Lass uns in jedem einzelnen Menschen, und sei er noch so unsympathisch, Christus, unseren Bruder, sehen.
Wir…

Lass uns achtsam hinschauen und hinhören auf unsere Mitmenschen und ihnen dienen; denn Deine Arme sind nur unsere Arme.
Wir…

Lass uns die Tage bis Pfingsten so verleben, dass wir die Ausgießung Deines Heiligen Geistes spüren und in heilsames Handeln umwandeln.
Wir…

Lass unsere Familien unseren spirituellen Weg mittragen, damit er nicht zur Entfremdung führt.
Wir…

Hilf unseren Kranken, ihr Leid anzunehmen, wenn es nicht zu bessern ist, damit in Liebe zu Dir aus Leid Sinn wird.
Wir…

Hilf uns, Deine Liebe auch denen durch uns zukommen zu lassen, die im Dunkeln sind und Dich ablehnen, denn Du kennst ihre Not.
Wir…

Nimm unsere Verstorbenen, die uns im Vertrauen auf Deine Liebe vorausgegangen sind, in Dein ewiges Reich der Liebe auf.
Wir…

Unser Beten sei eine inständige Sehnsucht nach Gott, damit unser Glaube und Vertrauen auf den Vater wächst, unsere Hoffnung auf die befreiende Wirkung von Jesu Liebesgebot glüht und unsre Liebe durch den Heiligen Geist neu entfacht werde und zum Brennen komme. Das erbitten wir im Namen des Dreieinigen Gottes, der uns liebt und führt, wenn wir ihn nur lassen.
Amen.



Frá Johannes, Edmund Grümmer © 2014

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