OMTH

Trauerrede Friedhoff

Liebe Familie Friedhoff,
liebe Schwestern und Brüder im Glauben
an den liebenden Vater mit dem mütterlichen Herzen,
an seinen Sohn Jesus Christus, der uns erlöst hat, und
an den Heiligen, den heilenden Geist, der uns tröstet und stärkt,
sehr geehrte Gäste dieser Abschiedsfeier
für Winfried Friedhoff,
lassen Sie mich bitte für diesen aufrechten Christen sprechen.

In 1 Könige, Kap 19, wird berichtet, dass Gott zu Elija, dieser Name bedeutet: „Gott ist der Herr“, in der Höhle sprach, er solle hinaus und vor den Herrn treten. Da zog der Herr vorüber. Elija erlebte nun einen gewaltigen Sturm, ein Erdbeben, das die Felsen zerspaltete und ein vernichtendes Feuer. Der Herr aber war nicht in diesem zerstörerischen Chaos zu finden. Dann spürte Elija ein leises, sanftes Säuseln des Windes. Darin war Gott. Sofort verhüllte Elija sein Gesicht mit dem Mantel, ging hinaus und trat vor die Höhle. Soweit die Hl. Schrift.
Elija wird herausgerufen aus seinem ichbezogenen Denken, aus einer Höhle, in der auch wir alle oft genug oder zumindest zeitweise unsere Zuflucht suchen. Darum soll er, sollen wir uns Gott stellen. Wie oft verbreiten wir mit unseren Gebeten einen Sturm? Wie oft lassen wir vor Gottes scheinbarer Ungerechtigkeit mit unseren Vorwürfen die Erde erbeben, wie oft meinen wir, mit unseren Gebeten voller menschlicher Hoffnungen Gott erreichen zu können? Nein, Gott erreicht uns, wenn wir still werden und im Gebet vor allem auf IHN hören! In Stille, Ruhe, Schweigen lässt Gott sich finden. Das wusste auch Winfried Friedhoff. Bei der Beerdigung seiner Herti konnten wir alle spüren, mit welcher Inbrunst er an die Auferstehung der Toten glaubte, wie er hoffte, einst mit ihr und mit Gott auf ewig verbunden zu sein. Winfried Friedhoff war, und das ist für einen freikirchlichevangelischen Christen untypisch, Mitglied eines Ordens. Es ist der OMTH, der „Ordo Militiae Templi Hierosolymitani“, der „Ökumenische Orden der Neuen Ritterschaft vom Tempel zu Jerusalem“. „Tempelritter“ werden wir oft genannt und müssen uns stets absetzen von Freimaurern, Esoterikern und Neonazis. Wir sind christliche Männer aller Konfessionen, die außer in Schriftlesung, Gebet und Meditation besonders durch konkrete Hilfen für Abseitsstehende, für Diakonie und Caritas, für Jakobspilger und Menschen in der geistlichen Ausbildung in christlicher Nächstenliebe einstehen und ihnen helfen wollen. Winfried Friedhoff gehörte zu uns seit langen Jahren. Am 22. April 1996 wurde er als Postulant gemeinsam mit Roland und Johannes in Klingenmünster rezipiert, das heißt, zum geistlichen Ritter geschlagen und dadurch in den Orden aufgenommen. Als Roland am 13. September 1997 als Frà Matthäus zum Prior gewählt wurde, da ernannte er Winfried zum Ordenskanzler. Dieses gewichtige Amt behielt dieser, längst zum „Professritter Frà Georg“ erhoben, bis zum Jahre 2003, als der Prior sein Amt in andere Hände legte. Frà Georg war unserem Orden sehr tief verbunden. Wie wichtig ihm seine Berufung war, beweist nicht nur seine möglichst regelmäßige Teilnahme an unseren geistlichen Treffen, sondern auch sein Wunsch, seinen Sohn Dag ebenfalls in diesem Orden zu sehen. Und so geschah es, lieber Dom Dag. Ich selbst habe Frà Georg erst kennengelernt, als ich vor fünf Jahren zu unserem Orden stieß. Ich sehe ihn vor meinem inneren Auge, wie er in unserer Ordenskirche versunken im Chorgestühl sitzt, betet und meditiert. Ich habe ihn als einen wahrhaft spirituellen Menschen erlebt. Für diese Erfahrung bin ich zutiefst dankbar. Er folgte unserem Wahlspruch aus Psalm 115, Vers 1: „Nicht uns Herr, nicht uns, sondern Deinem Namen gib die Ehre!“.
Seinen tiefen Glauben an die Auferstehung der Toten und ihre Aufnahme in Gottes Reich der Liebe dokumentierte er bei der Abschiedsfeier für seine geliebte Herti. Das ändert nichts daran, dass er ihren Tod als schmerzlich empfand. Wie oft mag er auf die Frage nach seinem Wohlergehen geantwortet haben: „Ach, weißt Du, sie fehlt mir sehr, aber ich weiß ja, wo sie ist.“

Darum wollen wir für ihn beten:
Zum Paradiese mögen Engel dich geleiten,
die heiligen Märtyrer dich begrüßen
und dich führen in die heilige Stadt Jerusalem.
Die Chöre der Engel mögen dich empfangen,
und durch Christus, der für dich gestorben,
soll ewiges Leben dich erfreuen.
Herr, gib ihm die ewige Ruhe.
Und das ewige Licht leuchte ihm.
Herr, lass ihn ruhen in Frieden
und für immer leben in Deiner Liebe.
Amen.
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